Direkt zum Inhalt
Versandkostenfrei ab 100 € (DE)Versand in 1–2 WerktagenMit Liebe verpacktGravur auf Wunsch
Sprache
Suchen
Warenkorb

Pferd putzen im Winter mit ruhiger Routine

Pferd putzen im Winter mit ruhiger Routine

KI-generierte Darstellung (Symbolbild)

Titelbild: KI-generierte Darstellung (Symbolbild)

Wenn morgens noch Frost auf dem Hof liegt, braucht das Pferd putzen im Winter vor allem eins: Zeit für einen klaren Ablauf. Das Winterfell hält Staub, getrockneten Matsch und lose Haare oft hartnäckig fest. Gleichzeitig ist der Putzplatz ein gemeinsamer Moment vor dem Reiten, dem Spaziergang oder einfach vor dem Heimweg. Mit den passenden Handgriffen wird aus vielen kleinen Schmutzstellen kein Kraftakt, sondern ein ruhiges Ritual.

Pferd putzen im Winter: Erst schauen, dann anfangen

Bevor die erste Bürste zum Einsatz kommt, lohnt sich ein kurzer Blick aufs ganze Pferd. Ist das Fell trocken oder noch feucht vom Offenstall? Trägt dein Pferd eine Decke? Sitzen an Beinen, Bauch oder Schweif dicke Matschplatten? Diese Beobachtung entscheidet darüber, wie ausführlich du putzt und welche Bereiche heute wirklich Aufmerksamkeit brauchen.

Bei trockenem Schmutz kannst du meist direkt am Putzplatz beginnen. Feuchter Schlamm sollte dagegen erst antrocknen, wenn es die Zeit zulässt. Wer nassen Dreck kräftig aus dem Fell reibt, verteilt ihn oft nur weiter. Gerade bei dichtem Winterfell kann das Putzen dann unnötig mühsam werden.

Nimm auch die Decke nicht einfach ab und lege sie sofort wieder auf. Fahre mit der Hand über Schulter, Widerrist, Rücken und Gurtlage. So bemerkst du Scheuerstellen, festgesetzten Schmutz oder feuchte Partien eher. Bei Veränderungen an Haut oder Fell, bei Schwellungen oder auffälligen Reaktionen deines Pferdes ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle.

Ein Ablauf, der am Putzplatz funktioniert

Im Winter hilft es, nicht kreuz und quer zu arbeiten. Beginne dort, wo grober Schmutz sitzt, und arbeite anschließend zu den feineren Bereichen weiter. So bleibt die Kardätsche länger sauber und kann das Deckhaar am Ende ordentlich glätten.

Groben Schmutz mit dem Striegel lösen

Ein Striegel ist für die kräftigeren Partien gedacht: Hals, Schulter, Rumpf und Kruppe. Führe ihn in kleinen, ruhigen Kreisbewegungen über das Fell. Der Druck darf zum Fellzustand passen, sollte aber nie hektisch sein. An Knochenpunkten, am Kopf und an anderen feinen Partien gehört der Striegel nicht hin.

Im Winter löst der Striegel getrockneten Dreck, Staub und lose Haare, die tief im Fell sitzen können. Klopfe ihn zwischendurch an einer geeigneten Stelle aus. Das macht den nächsten Durchgang sauberer und verhindert, dass du gelösten Schmutz wieder ins Fell arbeitest.

Mit der Kardätsche Staub aufnehmen

Nach dem Striegel folgt die Kardätsche. Sie nimmt den gelösten Staub auf und bringt das Deckhaar in eine glatte Richtung. Streiche in gleichmäßigen Zügen mit dem Fell und reinige die Bürste regelmäßig am Striegel. Dieses Wechselspiel aus Striegel und Kardätsche ist kein überflüssiger Schritt. Es macht den Unterschied zwischen aufgewirbeltem Staub und einem sauber abgeputzten Fell.

Für Kopf, Beine und andere feine Partien eignet sich eine Bürste mit weichen, dichten oder extra feinen Borsten. Halte sie locker, arbeite mit kurzen Strichen und lass dir Zeit. Am Kopf reicht es oft, Staub vorsichtig abzunehmen. Matsch am Fesselbereich muss nicht mit viel Druck bearbeitet werden, besonders wenn das Pferd dort unruhig wird.

Mähne, Schweif und Beine separat behandeln

Mähne und Schweif brauchen im Winter oft mehr Geduld als Kraft. Lies zunächst grobe Halme und trockenen Schmutz mit den Fingern heraus. Danach kannst du abschnittsweise mit einem Kamm arbeiten. Beginne in den unteren Längen und gehe erst dann weiter nach oben. So ziehst du weniger an Knoten.

An den Beinen lohnt sich ein genauer Blick, bevor du putzt. Entferne trockenen Schmutz mit einer passenden Bürste. Wenn sich dort feuchte, verklebte Stellen zeigen oder dein Pferd Berührungen plötzlich nicht zulässt, verzichte auf langes Weiterarbeiten und kläre die Ursache bei Bedarf tierärztlich ab.

Hufe im Winter nicht nebenbei erledigen

Hufpflege gehört zu jedem Putzritual, im Winter oft mit besonderer Aufmerksamkeit. Schnee, Matsch, kleine Steine oder festgetretener Boden können sich im Huf sammeln. Stelle dich sicher neben dein Pferd, nimm den Huf ruhig auf und arbeite mit dem Hufkratzer vom Strahl weg nach vorne. Die Bürste am Werkzeug hilft dabei, lockeren Schmutz aus den Vertiefungen zu nehmen.

Schau nicht nur auf das, was im Huf steckt. Prüfe auch, ob etwas ungewöhnlich aussieht oder ob dein Pferd einen Huf nur zögerlich gibt. Bei losen Teilen am Beschlag, bei Rissen oder wenn dein Pferd auffällig läuft, wende dich an den Hufschmied oder Tierarzt. Ein Pflegespray oder Hufpflegeprodukt ersetzt diese Einschätzung nicht. Es sollte nur so eingesetzt werden, wie es für das jeweilige Produkt vorgesehen ist.

Decke abnehmen, putzen, wieder auflegen

Viele Pferde tragen im Winter zeitweise oder dauerhaft eine Decke. Dann ist das Putzen unter der Decke besonders praktisch, wenn du einen festen Ablauf hast. Löse zuerst die Verschlüsse, nimm die Decke ohne Hektik ab und lege sie so ab, dass sie nicht im nassen Stallgang landet. Dann überprüfst du Fell und Auflagebereiche.

Sind kleine Mengen Staub auf dem Rücken, genügt häufig eine weiche Bürste mit ruhigen Strichen. Bei feuchtem Fell solltest du abwägen: Muss die Decke sofort wieder auf, etwa weil dein Pferd draußen steht, oder kann das Fell erst trocknen? Das hängt von Haltung, Temperatur, Wetter und dem einzelnen Pferd ab. Eine Decke auf deutlich nasses Fell zu legen, ist selten eine gute Routine.

Auch die Innenseite der Decke verdient einen Blick. Lose Haare und Schmutz lassen sich ausschütteln oder abbürsten. Prüfe Gurte, Nähte und Verschlüsse vor dem Auflegen. Lege die Decke ruhig auf den Rücken, richte sie aus und schließe sie in der vorgesehenen Reihenfolge. So bleibt der Ablauf für dich übersichtlich und für dein Pferd vorhersehbar.

Was am kalten Putzplatz wirklich hilft

Ein aufgeräumter Putzplatz spart im Winter viele unnötige Wege. Lege vorher bereit, was du brauchst: Striegel, Kardätsche, Bürste für feine Partien, Hufkratzer und bei Bedarf Kamm oder Mähnenbürste. Eine Putztasche hält die Sachen zusammen und schützt sie auf dem Weg vom Sattelschrank zum Stall vor Schmutz.

Reinige deine Bürsten nach dem Putzen kurz. Klopfe Staub aus, entferne Haare und lass feuchte Werkzeuge nicht verschlossen liegen. Es muss nicht jedes Mal eine große Reinigung sein. Schon wenige Minuten sorgen dafür, dass du beim nächsten Mal nicht mit einer staubigen Bürste startest.

Wenn du häufig bei Kälte putzt, sind Bürsten wichtig, die gut in deiner Hand liegen. Ein Holzgriff oder Holzkörper kann sich am Putzplatz angenehm führen lassen, während ein Etui hilft, kleinere Werkzeuge geordnet mitzunehmen. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Teile dabeizuhaben. Entscheidend ist, dass dein Set zu deinem Pferd, eurem Alltag und deiner Hand passt.

Wenn wenig Zeit ist

Nicht jeder Wintertag lässt ein vollständiges Putzprogramm zu. Vor einem kurzen Kontrollgang im Stall reicht manchmal ein sorgfältiger Blick, Hufe auskratzen und Schmutz an den Auflagebereichen entfernen. Vor dem Satteln sollten Rücken, Gurtlage und die Bereiche unter der Schabracke stets sauber sein. Dort können kleine Erdklumpen schnell stören.

Nach einem Ausritt bei feuchtem Wetter ist es wiederum sinnvoll, Matsch nicht unbeachtet trocknen zu lassen, wenn er an den Beinen oder unter der Decke sitzt. Nimm dir dann zumindest die Partien vor, die kontrolliert werden müssen. Der Rest darf bis zum nächsten ruhigen Termin warten.

Pferdepflege ist im Winter kein Wettbewerb um ein makelloses Fell. Sie ist ein aufmerksamer Moment zwischen Stallalltag, Wetter und dem, was dein Pferd gerade mitbringt. Wenn deine Bürsten griffbereit liegen und jeder Handgriff einen Zweck hat, wird auch ein kalter Nachmittag am Putzplatz zu gemeinsamer Zeit - aus Liebe zum Pferd.


← Zurück zum Journal