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Pferd putzen vor dem Reiten - so geht es richtig

Pferd putzen vor dem Reiten - so geht es richtig

Der erste Kontakt des Tages entscheidet oft schon über die Stimmung im Sattel: Ein Pferd, das aufmerksam den Hals streckt, beim Putzen entspannt ausatmet und sich gern berühren lässt, startet anders in die Arbeit. Pferd putzen vor dem Reiten ist deshalb viel mehr als der kurze Griff zur Bürste, damit das Fell sauber aussieht. Es ist ein täglicher Gesundheitscheck, eine Vorbereitung auf den Sattel und ein ruhiger Moment, der eure Verbindung stärkt.

Gerade wenn der Alltag voll ist, liegt die Versuchung nahe, Matschflecken schnell zu überbürsten und loszureiten. Doch unter Sattel, Gurt oder Trense können schon kleine Schmutzreste, getrockneter Schweiß oder verklebte Haare unangenehm reiben. Sorgfältige Pflege ist eine leise Form von Aufmerksamkeit - aus Liebe zum Pferd und für ein gutes Gefühl bei jeder Trainingseinheit.

Warum du dein Pferd vor dem Reiten gründlich putzen solltest

Beim Putzen siehst und spürst du Dinge, die unter einer Abschwitzdecke oder beim schnellen Vorbeigehen leicht verborgen bleiben: eine warme Stelle am Bein, eine kleine Schwellung, Druckempfindlichkeit am Widerrist oder eine Scheuerstelle in der Gurtlage. Je besser du dein Pferd kennst, desto eher fallen dir Veränderungen auf. Das ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, kann dir aber helfen, rechtzeitig innezuhalten und die Arbeit anzupassen.

Sauberes Fell ist außerdem eine Frage des Komforts. Sand, Erde und getrockneter Schweiß wirken unter Ausrüstung wie feines Schleifpapier. Besonders sorgfältig sollten deshalb Rücken, Sattellage, Gurtlage, Brust und der Bereich hinter den Ellenbogen gereinigt werden. Dort, wo Leder und Gurt anliegen, braucht es nicht nur einen oberflächlich sauberen Eindruck, sondern wirklich glattes, lockeres Fell.

Auch die Durchblutung profitiert von einer passenden Putzroutine. Kreisende Bewegungen mit einem Striegel lockern Staub und Hautschuppen, eine Bürste nimmt sie anschließend auf. Viele Pferde genießen diesen Rhythmus sichtbar. Manche sind an bestimmten Stellen jedoch kitzelig oder empfindlich. Druck und Werkzeug sollten sich immer am Pferd orientieren, nicht an einer starren Regel.

Pferd putzen vor dem Reiten: die sinnvolle Reihenfolge

Beginne mit einem ruhigen Ankommen. Halte dein Pferd sicher an, sprich mit ihm und wirf einen ersten Blick über den ganzen Körper. Steht es gleichmäßig? Wirkt es wach und entspannt? Sind Beine, Augen und Nüstern unauffällig? Diese wenigen Sekunden machen aus Routine echte, aufmerksame Pflege.

Erst groben Schmutz lösen

Trockener Schlamm und Staub lassen sich am besten lösen, bevor du mit einer weichen Bürste arbeitest. Ein Gummi- oder Kunststoffstriegel ist dafür am Pferdekörper ideal. Führe ihn mit kreisenden Bewegungen über die kräftig bemuskelten Partien wie Hals, Schulter, Rumpf und Kruppe. Spare dabei Knochenpunkte, Wirbelsäule, Beine und Kopf aus - diese Bereiche sind empfindlicher und brauchen eine sanftere Hand.

Ist der Schmutz noch nass, lohnt sich Geduld. Nasser Lehm verschmiert häufig nur im Fell und lässt sich später deutlich angenehmer entfernen. Muss dein Pferd trotzdem geritten werden, konzentriere dich konsequent auf alle Auflageflächen der Ausrüstung. Ein sauberer Rücken und eine saubere Gurtlage haben Vorrang vor einer makellosen Kruppe.

Staub aus dem Fell nehmen

Nach dem Striegel folgt eine feste Kardätsche oder Wurzelbürste. Bürste in Fellrichtung mit langen, ruhigen Strichen und reinige die Bürste zwischendurch am Striegel. So wird der gelöste Staub nicht wieder zurück ins Fell getragen. Besonders bei dichtem Winterfell darf dieser Schritt etwas mehr Zeit bekommen.

An Beinen, Bauch, Kopf und an feineren Partien ist eine weichere Bürste die bessere Wahl. Eine sanfte Mähnenbürste oder ein weiches Tuch nimmt Staub rund um Augen, Nüstern und Maul auf, ohne die empfindliche Haut zu reizen. Für diese Bereiche gilt: weniger Druck, mehr Gefühl. Verwende nach Möglichkeit ein separates, sauberes Tuch für Augen und Nüstern, statt Schmutz vom Körper dorthin zu übertragen.

Hufe nicht aufschieben

Die Hufe gehören zur Vorbereitung vor jeder Arbeit. Hebe sie in Ruhe aus, entferne Steinchen, Erde und Mist und wirf einen Blick auf Sohle, Strahl und Hufwand. Riecht der Strahl auffällig oder ist er sehr weich, bröselig oder schmerzempfindlich, sollte das nicht einfach übergangen werden. Je nach Pferd, Haltungsform und Jahreszeit kann auch eine abgestimmte Hufpflege sinnvoll sein.

Arbeite beim Auskratzen immer von der Strahlspitze in Richtung Trachte und vermeide Druck in der Strahlfurche. Ein Pferd, das den Huf nicht halten kann oder will, braucht keine hektische Korrektur. Prüfe zunächst, ob es unbequem steht, das Bein empfindlich ist oder es schlicht noch nicht ausbalanciert ist.

Sattellage, Gurtlage und Kopf verdienen extra Aufmerksamkeit

Die Bereiche unter der Ausrüstung sind nicht verhandelbar. Streiche mit der flachen Hand gegen die Fellrichtung über den Rücken. So spürst du Krümel, Kletten oder festgetrocknete Stellen, die eine Bürste übersehen kann. Das Fell sollte dort sauber, trocken und glatt anliegen, bevor die Satteldecke aufgelegt wird.

In der Gurtlage sammeln sich gern Staub, Schweißrückstände und lose Haare. Eine weiche, aber gründliche Bürste verhindert, dass sich diese unter dem Gurt verdichten. Achte auch auf die Haare hinter den Vorderbeinen und auf mögliche Scheuerstellen. Entdeckst du Rötungen oder kahle Partien, prüfe neben der Pflege immer auch den Sitz und die Sauberkeit deines Equipments.

Mähne und Schweif müssen vor dem Reiten nicht geschniegelt aussehen. Sie sollten aber frei von groben Kletten sein, damit nichts unter Zügel, Martingal oder Decke hängen bleibt. Beginne beim Entwirren immer in den Spitzen und arbeite dich langsam nach oben. Mit den Fingern lassen sich einzelne Knoten oft schonender lösen als mit kräftigem Durchbürsten.

Die passenden Bürsten machen den Unterschied

Eine schöne Putzroutine lebt nicht von möglichst vielen Tools, sondern von Bürsten, die angenehm in der Hand liegen und zum Fell deines Pferdes passen. Naturborsten nehmen feinen Staub sehr gut auf und hinterlassen einen ruhigen, gepflegten Glanz. Kräftigere Borsten helfen bei dichtem Fell und trockenem Schmutz, während weiche Bürsten an sensiblen Stellen ihre Stärke zeigen.

Für die Grundausstattung reichen ein Striegel, eine feste Kardätsche, eine weiche Bürste, ein Hufkratzer und ein sauberes Tuch. Ergänzungen wie Mähnenkamm, Schweifbürste oder spezieller Kopfschwamm dürfen dann genau zu eurem Alltag passen. Hochwertige Materialien und eine sorgfältige Verarbeitung sind dabei keine Nebensache: Sie machen die tägliche Anwendung angenehmer, langlebiger und oft auch präziser.

Eine gut sortierte Putztasche sorgt dafür, dass alles griffbereit bleibt und die Bürsten sauber transportiert werden. Bürsten sollten regelmäßig ausgeklopft, gewaschen und vollständig getrocknet werden. Denn eine staubige Kardätsche verteilt nicht nur Schmutz im Fell, sie verliert auch ihre pflegende Wirkung. Bei Equimour gehört genau diese Verbindung aus Funktion, schönen Materialien und bewusstem Pflegegefühl zur Herzensangelegenheit.

Wie viel Putzen ist vor dem Reiten richtig?

Das hängt vom Wetter, der Haltung, dem Fellwechsel und von der geplanten Arbeit ab. Nach einer trockenen Nacht auf Spänen genügt manchmal eine kurze, konzentrierte Routine von zehn Minuten. Nach einem Regentag auf dem Paddock braucht es mehr Zeit - oder die Entscheidung, die Reiteinheit später anzusetzen, wenn das Fell wieder trocken ist.

Auch beim Fellwechsel darfst du großzügiger planen. Lose Haare können sich unter der Sattelunterlage verdichten und das Pferd wärmer werden lassen. Gleichzeitig kann die Haut in dieser Zeit empfindlicher sein. Arbeite lieber regelmäßig und moderat, statt einmal mit viel Druck alles herausbürsten zu wollen.

Nicht jedes Pferd liebt langes Putzen. Ein sensibles Pferd kann mit kurzen, klaren Abläufen und weichen Bürsten besser entspannen, während ein robustes Offenstallpferd kräftige Massage mit dem Striegel genießt. Beobachte Ohren, Maul, Schweif und Muskulatur. Sie zeigen dir oft ehrlicher als jede Anleitung, ob dein Pferd die Berührung angenehm findet.

Pflege als Moment, nicht als Pflicht

Wenn du dein Pferd putzt, nimm dir auch einen Augenblick für das, was sonst leicht untergeht: den vertrauten Geruch des Fells, das leise Scharren auf dem Stallgang, den entspannten Blick deines Pferdes. Diese Minuten müssen nicht perfekt sein. Sie dürfen dreckig, praktisch und ganz alltäglich sein - solange sie aufmerksam bleiben. Genau darin liegt die besondere Schönheit guter Pferdepflege.


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