Skip to content
Free shipping in DE from €100Ships in 1–2 working daysLovingly packagedEngraving on request
Language
Search
Cart

Ein nasses Pferd putzen: So gehst du vor

Ein nasses Pferd putzen: So gehst du vor

KI-generierte Darstellung (Symbolbild)

Titelbild: KI-generierte Darstellung (Symbolbild)

Alt-Text: Symbolbild (KI-generiert): Ein Pferd steht nach einem Regenschauer am Putzplatz, während eine Person Wasser aus dem Fell streicht.

Ein nasses Pferd putzen gehört zu den Situationen, in denen der gewohnte Ablauf am Putzplatz nicht einfach weiterläuft. Nach einem Regenschauer, einer Dusche oder einer schweißtreibenden Arbeit liegt das Fell anders an. Staub sitzt nicht obenauf, sondern verbindet sich schnell mit Feuchtigkeit. Wer dann mit viel Druck losbürstet, verteilt Schmutz oft nur weiter.

Nimm dir deshalb kurz Zeit, das Fell anzusehen. Wie nass ist es wirklich? Steht dein Pferd zugfrei? Und muss es jetzt überhaupt gründlich geputzt werden? Manchmal reicht es, Wasser abzuziehen, groben Schmutz später zu lösen und erst nach dem Trocknen zur normalen Pflege zurückzukehren. Das ist kein ausgelassener Putzschritt, sondern ein sinnvoller Teil eures Rituals.

Erst Wasser abnehmen, dann ans nasse Pferd putzen

Wenn das Fell sichtbar nass ist, steht nicht die Bürste am Anfang. Zuerst wird überschüssiges Wasser entfernt. Ein Schweißmesser oder ein sauberer Abzieher hilft dabei, Wasser in langen, ruhigen Bahnen vom Hals über den Rumpf nach hinten abzunehmen. Arbeite ohne Hast und ohne mehrfaches Reiben auf derselben Stelle.

An Beinen, Bauch und an den feinen Partien rund um Kopf oder Gelenke ist weniger oft mehr. Dort kannst du Wasser mit einem sauberen Tuch vorsichtig abnehmen. Ein nasses Tuch gegen nasses Fell einzusetzen, bringt dabei meist wenig. Besser ist ein Tuch, das noch Wasser aufnehmen kann.

Ist dein Pferd nach der Arbeit verschwitzt, braucht es vor allem Zeit, bis die Feuchtigkeit aus dem Fell verschwinden kann. Eine Abschwitzdecke kann in einer passenden Situation unterstützen. Kontrolliere zwischendurch, ob sie noch trocken genug ist und ob sich darunter Feuchtigkeit staut. Je nach Wetter, Unterbringung und Felllänge kann der Ablauf ganz unterschiedlich sein.

Warum Bürsten auf nassem Fell oft nicht weiterhilft

Eine weiche Bürste nimmt losen Staub auf und glättet das Deckhaar. Auf nassem Fell kann sie diese Aufgabe aber kaum erfüllen. Die Borsten verkleben schneller mit Schmutz, und das Fell wird eher hin- und hergeschoben als gereinigt. Auch ein Striegel ist nicht automatisch der richtige erste Griff, wenn sich Erde mit Wasser verbunden hat.

Warte mit der gründlichen Fellpflege, bis das Fell zumindest weitgehend trocken ist. Dann lässt sich getrockneter Schlamm meist deutlich leichter lösen. Beginne mit einem Striegel in kreisenden Bewegungen auf den größeren Muskelpartien. Danach nimmst du den gelösten Schmutz mit einer Bürste auf. Streiche die Bürste regelmäßig an einem sauberen Striegel oder einer Putzkiste aus, damit sie den Staub nicht zurück ins Fell bringt.

Bei Mähne und Schweif gilt ebenfalls: Erst trocknen lassen, dann sortieren. Nasses Langhaar lässt sich schlechter entwirren. Wenn einzelne Stellen verschmutzt sind, kannst du sie mit den Fingern vorsichtig trennen und später mit einem passenden Kamm weiterarbeiten.

Nach Regen: Was am Putzplatz wirklich zählt

Ein Pferd, das vom Paddock oder der Weide kommt, bringt nach Regen oft mehr als nur Wasser mit. Unter dem nassen Fell können Sand, Erde und kleine Pflanzenteile sitzen. Trotzdem muss nicht jeder Regentag mit einer vollständigen Putzeinheit beginnen.

Für das Satteln oder Decken sollte der Bereich sauber und trocken genug sein, an dem die Ausrüstung liegt. Nimm dort Wasser ab und prüfe sorgfältig, ob Schmutz auf dem Fell sitzt. Ist das Fell sehr nass oder stark verschmutzt, kann es sinnvoll sein, die geplante Arbeit anzupassen. Eine Schabracke auf nassem, schmutzigem Fell aufzulegen, macht die Vorbereitung nicht leichter und bringt zusätzliche Wäsche mit sich.

Auch Hufe verdienen nach nassem Boden einen Blick. Entferne Erde und kleine Steine mit einem Hufkratzer, ohne in Eile zu arbeiten. Siehst du Veränderungen am Huf oder fällt dir etwas Ungewöhnliches auf, frag deinen Hufschmied. Bei Auffälligkeiten, die das Pferd belasten könnten, ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle.

Der kleine Check vor dem Sattel

Bevor du weitermachst, schau auf Rücken, Gurtlage und Schulterbereich. Fühlt sich das Fell dort noch klatschnass an oder liegt Schmutz an, lohnt sich eine Pause. Ein trockenes, sauberes Tuch kann für einzelne Stellen praktischer sein als die gesamte Putzbox. Danach prüfst du auch deine Schabracke. Sie sollte sauber und trocken sein, bevor sie aufs Pferd kommt.

Nach der Dusche: Weniger Produkte, mehr Sorgfalt

Eine Dusche kann nach staubigen Tagen oder nach der Arbeit sinnvoll sein. Aber auch hier muss nicht jedes Mal Shampoo zum Einsatz kommen. Klares Wasser reicht häufig aus, um Schweiß und oberflächlichen Schmutz abzuspülen. Wenn du Shampoo verwendest, halte dich an die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts und spüle sorgfältig nach.

Bleiben Rückstände im Fell, kann sich das beim späteren Putzen bemerkbar machen. Nimm nach dem Abspülen zunächst Wasser ab. Danach braucht das Pferd einen geeigneten Platz zum Trocknen. Ein zugiger Waschplatz ist dafür nicht in jeder Jahreszeit passend. Beobachte die Bedingungen im Stall und entscheide entsprechend.

Putztaschen helfen, die Dinge griffbereit zu halten, die bei nassem Fell wirklich gebraucht werden: ein sauberer Abzieher, Tücher und der Hufkratzer. Die übrigen Bürsten dürfen erst einmal in der Tasche bleiben. So bleibt der Ablauf ruhig, und du musst nicht zwischen nassen Werkzeugen suchen.

Wenn Schlamm getrocknet ist

Getrockneter Schlamm ist oft leichter zu lösen als nasser. Warte, bis das Fell trocken ist, und arbeite dann von den großen Flächen zu den kleineren Bereichen. Ein Striegel löst die Krusten am Hals, am Rumpf und an der Kruppe. Setze ihn nicht an Beinen, Kopf oder anderen feinen Partien ein.

Danach kommt die Bürste. Halte sie so, dass sie flach aufliegt, und arbeite mit gleichmäßigen Strichen in Fellrichtung. Eine Bürste mit weichen, dichten Borsten nimmt Staub gut auf. Für kleinere Bereiche kann eine Bürste mit extra feinen Borsten eine passende Ergänzung sein. Es geht nicht darum, möglichst viel Druck einzusetzen. Entscheidend ist, dass der gelöste Schmutz aus dem Fell kommt und deine Bürste zwischendurch gereinigt wird.

Bei sehr dickem Schlammbelag kann es nötig sein, einzelne Partien in mehreren Durchgängen zu bearbeiten. Das ist normal. Statt das Fell mit Wasser wieder aufzuweichen, ist Geduld oft der praktischere Weg.

Was du besser lässt

Nasses Fell kräftig trocken zu rubbeln, wirkt auf den ersten Blick gründlich. Meist bringt es aber keine saubere Fläche, sondern verteilt Feuchtigkeit und Schmutz. Ebenso wenig hilft es, alle Bürsten nacheinander einzusetzen, nur weil sie in der Putzbox liegen.

Lass auch Pflegesprays nicht zur schnellen Lösung werden, wenn das Fell noch nass und schmutzig ist. Sie gehören in einen sauberen, passenden Pflegeschritt. Prüfe vor der Anwendung immer die Hinweise auf dem Produkt. Bei Hautveränderungen, starkem Juckreiz oder offenen Stellen solltest du nicht weiter experimentieren, sondern den Tierarzt einbeziehen.

Ein ruhiger Ablauf für wechselhaftes Wetter

Gerade im Herbst und Winter lohnt es sich, den Putzplatz auf nasse Tage vorzubereiten. Lege saubere Tücher bereit und räume Werkzeuge nach Gebrauch wieder trocken weg. Bürsten, Striegel und Kämme bleiben angenehmer in der Hand, wenn sie nicht mit getrocknetem Schlamm oder Feuchtigkeit in der Putztasche verschwinden.

Auch Textilien brauchen Aufmerksamkeit. Schabracken, Bandagen und Decken sollten nach einem nassen Einsatz erst vollständig trocknen, bevor du sie erneut verwendest oder verstaust. Das schafft Ordnung und spart dir beim nächsten Stallbesuch Zeit.

Bei Equimour findest du Putzzeug und Zubehör für einen aufgeräumten Putzplatz, mit dem du deine Abläufe passend zu deinem Pferd zusammenstellen kannst. Denn Pflege muss nicht immer lang sein. Manchmal besteht sie einfach darin, Wasser abzunehmen, die Hufe auszukratzen und dem Fell die Zeit zu geben, die es gerade braucht.

Aus Liebe zum Pferd heißt auch: Genau hinsehen, statt einen festen Plan durchzuziehen. An nassen Tagen darf das Putzritual leiser ausfallen - sorgfältig, praktisch und passend zu dem, was dein Pferd gerade mitbringt.


← Zurück zum Journal